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Investor für SWU-Energiesparhaus gefunden

Die IVU GmbH&Co.KG mit Sitz in Friedrichshafen, ein Unternehmen der Fränkel AG, wird als Investor den Neubau des SWU-Gebäudes an der Ecke Karlstraße/Wilhelmstraße in Ulm übernehmen. Der Baubeginn ist für September 2010 geplant.

Über einen Zeitraum von mehreren Jahren hinweg wurde an dem komplexen Projekt geplant, das zum neuen Zuhause der Stadtwerke Ulm werden wird. Es mussten viele Aspekte berücksichtigt werden, doch die Architekten und Ingenieure von Nething Generalplaner Ulm/Neu-Ulm haben zielgerichtet alle Hürden genommen. Im Rahmen einer ganzheitlichen Planung wurde ein Entwurf vorgelegt, der sowohl bei der Stadt Ulm als auch beim zukünftigen Hauptmieter, der SWU, große Anerkennung fand. Nun galt es über eine europaweite Ausschreibung einen Investor zu finden, der sich für das Projekt begeistern kann und sowohl den Bau als auch den Betrieb übernimmt. In Investorenkreisen stieß das Projekt auf bemerkenswerte Resonanz. Mit dem Einstieg der IVU GmbH&Co.KG als Investor kann jetzt der Startschuss zur Realisierung des Projektes erfolgen.

Bereits für die Planung des Gebäudes erntete Nething Generalplaner, ein Unternehmen der Nething-Gruppe, viel Beifall. Von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) wurde im Juni 2009 vorab die Note 1,26 und die Goldmedaille für vorbildliche Planung verliehen. Ein maßgebendes Beurteilungskriterium war dabei, dass schon jetzt 86,3 Prozent der Anforderungen des DGNB-Kataloges erfüllt sind. Von der Jury wurde nicht nur die architektonische und ökologische Qualität des geplanten Neubaus beurteilt. Einbezogen wurden auch wirtschaftliche und technische Aspekte sowie soziokulturelle und funktionale Faktoren.

Energie einsparen war zunächst die Vorgabe des zukünftigen Mieters, der SWU. Das Gebäude wurde deshalb von den Architekten als „Energiesparhaus“ konzipiert. Von außen wird der Neubau mit 25 Zentimeter dicken Dämmstoffplatten gedämmt. Die Fenster werden in 3-fach Verglasung ausgeführt. Fenster- und Rahmenprofile werden ebenfalls gedämmt. So bleibt die Wärme innen und die Kälte außen. Die Wärmeversorgung des Gebäudes erfolgt über Fernwärme. Ein außen liegender Lamellen-Sonnenschutz mit integriertem Tageslichttransportsystem schützt die großzügigen Glasflächen vor zu starker Sonneneinstrahlung. Zusätzlich sorgt eine Bauteilaktivierung über die Nutzung von Grundwasser für die Kühlung der Räumlichkeiten im Sommer. Lüftungswärmeverlusten wird durch Wärmerückgewinnung aus der Be- und Entlüftungsanlage entgegengewirkt. Rund 80 Prozent der Abwärme kann auf diese Weise wieder für die Erwärmung der Zuluft genutzt werden. Die erforderlichen Ventilatoren wurden ebenso nach ihrer Energieeffizienz ausgewählt wie die gesamte Beleuchtungstechnik. Energiesparleuchten, LED-Technik und Präsenzmelder, die das Licht ausschalten, wenn keine Personen anwesend sind, sorgen für die Einsparung von Energie und für niedrige Betriebskosten. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach verbessert zusätzlich die Gesamt-Energiebilanz des Gebäudes. Selbst die geplante Dachbegrünung ist funktional angelegt: Sie sorgt für sommerliche Kühlung und die Verbesserung des Mikroklimas. Kein Zweifel: Das neue SWU-Gebäude wird Passivhaus-Qualität erreichen.

Die Architekten von ngp haben weit über die Energieersparnis hinaus gedacht, denn Nachhaltigkeit definiert die DGNB mit einem noch umfassenderen Planungsansatz, der nicht allein auf die Reduzierung des Energieverbrauchs ausgerichtet ist. Beleuchtet werden deshalb im Vorfeld aller Planungen die Standortfaktoren. So wird geprüft, ob das Gebäude gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus oder Straßenbahn zu erreichen ist. Die Mitarbeiter der im Haus untergebrachten Unternehmen sollen einen Anreiz bekommen, vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Der Gedanke ging sogar noch ein Stück weiter: In der Tiefgarage werden Stellplätze für Fahrräder eingerichtet und Umkleidekabinen mit Duschen eingebaut. Auf diese Weise soll ein Anreiz geschaffen werden, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Soziokulturelle Aspekte waren für die erfolgreiche DGNB-Vorzertifizierung ebenfalls von Bedeutung. Deshalb sind im ersten Obergeschoss, erreichbar durch einen separaten Eingang, Räumlichkeiten für eine Kinderkrippe vorgesehen. Die Kinder der Angestellten oder auch Kinder der Anwohner werden hier zukünftig betreut. Eine Kantine stellt täglich bis zu 400 Essen für die Mitarbeiter im Hause oder umgebender Unternehmen zur Verfügung. Außerhalb der Arbeitszeiten kann die Kantine auch für Veranstaltungen gemietet werden. Teeküchen auf den verschiedenen Etagen und eine weiträumige begrünte Dachterrasse sorgen für das Wohlbefinden der Mitarbeiter im Bürogebäude.

Mit dieser ganzheitlichen Planung werden heute zukunftsweisende Maßstäbe gesetzt. Nachhaltige Bauprojekte bestehen damit nicht mehr allein aus Architektur und Gebäudetechnik. Sie entstehen aus umfassenden Konzepten, die umwelt- und menschenfreundliche Aspekte gleichermaßen berücksichtigen.